Botanischer Garten
Der Garten in Pamplemousses mit 80 Palmenarten, Amazonas-Wasserlilien und Führungen auch auf Deutsch; Eintritt für Nicht-Mauritier Rs 300.
Der Sir Seewoosagur Ramgoolam Botanic Garden, wie er offiziell heißt, befindet sich in Pamplemousses.
Kurz nach der Autobahnabfahrt weisen Schilder den Weg zum Besucherparkplatz.
Direkt nach dem Eingang kann man sich einen Führer nehmen, der die botanische Vielfalt des Gartens erläutert. Es werden sogar Führungen auf Deutsch angeboten (Führung: Rs 75 pro Person, Kinder bis 12 Jahre frei). Wer den Garten zum ersten Mal besucht, dem ist eine geführte Tour sicherlich zu empfehlen, da man sich auf dem 33 ha großen Gelände leicht verlaufen kann. Zwar erhalten die Pflanzenschilder nach und nach QR-Codes, doch ohne Führer übersieht man möglicherweise die ein oder andere botanische Besonderheit.
Geschichte
Mahé de Labourdonnais legte in der Nähe seines Privatsitzes einen Gemüsegarten an, den er aus der Rivière des Pamplemousses bewässerte. Schon bald wurde hier so viel Gemüse angebaut, dass der Bedarf der Bevölkerung von Port Louis gedeckt werden konnte. Später kamen Heil- und Nutzpflanzen hinzu.
Nachdem Pierre Poivre 1767 Intendant der Insel geworden war und den Garten übernommen hatte, wurden hier auch Gewürze und tropische Pflanzen angebaut. Schon bald wurden diese exportiert und hatten einen sehr guten Ruf. Damit stellte Mauritius für die Holländer im Gewürzhandel eine ernsthafte Konkurrenz dar. Doch nicht nur der Gewürzhandel blühte: Mit der Zeit wurden auch Zierpflanzen exportiert und hauptsächlich an die europäischen Königshöfe geliefert, wo sie sich größter Beliebtheit erfreuten.
So wurde der Garten über die Jahre zum nach eigener Darstellung ältesten botanischen Garten der Südhalbkugel. Außerdem dient er dem Schutz bedrohter Pflanzenarten der Maskarenen.

Wer durch diesen geschichtsträchtigen Garten schlendert, wird von der unglaublichen Vielfalt begeistert sein. Farbenfrohe Blumen sieht man allerdings kaum, es sei denn, man erwischt die Blütezeit im mauritischen Frühling im Oktober und November. Dafür sind die 80 verschiedenen Palmenarten sehr beeindruckend. Insgesamt gedeihen hier mehr als 800 verschiedene Pflanzenarten.
Das Markenzeichen des Gartens sind wohl die Amazonas-Wasserlilien (Victoria amazonica, früher Victoria regia). Auf die riesigen Blätter kann man angeblich sogar ein Kleinkind setzen, ohne dass es untergeht. Die Blüte der Wasserlilie öffnet sich am späten Nachmittag cremeweiß und färbt sich am zweiten Tag rosa.

Öffnungszeiten: täglich 8:30–17:30 Uhr
Preise: Mauritier: Rs 25 (sonntags und an Feiertagen sowie ab 60 Jahren frei); Nicht-Mauritier: Rs 300; Kinder unter 5 Jahren frei
Weitere Infos: ssrbg.govmu.org
Google Maps: Sir Seewoosagur Ramgoolam Botanic Garden
Einkehren
Wer sich stärken möchte, kann außerhalb des Gartens das Wiener Café «Valse de Vienne» besuchen. Mitten in Mauritius gibt es hier Sachertorte und Pharisäer (aber auch deftige Gerichte) in gemütlichem Ambiente. Man findet das Café so: Mit dem Garten zur Linken fährt man in Richtung Ortsinneres, bis man links das Haupttor des Gartens sieht. Auf der rechten Seite steht eine Kirche, nach der man rechts abbiegt. Nun muss man nur noch dieser Straße folgen und stößt nach einer Rechtskurve auf das «Valse de Vienne».
Eine weitere Möglichkeit für eine Pause ist das Restaurant Le Fangourin bei L'Aventure du Sucre, nur wenige Minuten vom Garten entfernt.
