Grand Bassin
Heiliger Kratersee der Hindus südöstlich von Le Pétrin mit Tempeln, zwei 33 m hohen Statuen und dem Maha-Shivaratri-Fest mit Hunderttausenden Pilgern.
Der einige Kilometer südöstlich von Le Pétrin gelegene Kratersee Grand Bassin, von Hindus auch Ganga Talao («See des Ganges») genannt, gilt als eine der bedeutendsten hinduistischen Pilgerstätten außerhalb Indiens.
Unter der Woche herrscht am Grand Bassin idyllische Ruhe. Ein ganz anderes Bild bietet sich, wenn im Februar oder März das Maha-Shivaratri-Fest gefeiert wird (der Termin folgt dem hinduistischen Mondkalender und wandert jedes Jahr): Dann begeben sich mehrere Hunderttausend Gläubige, viele davon zu Fuß, auf Pilgerreise zu dem heiligen See und bringen den Gottheiten Opfer dar.
Der Legende nach ist der Kratersee mit dem heiligen Fluss Ganges in Indien verbunden. Shiva, der Gott der Zerstörung und Erneuerung, und seine Gattin Parvati flogen einst mit einem Schiff um die Erde. Shiva wollte seiner Frau die schönsten Plätze der Erde zeigen, und so machten die beiden auf der Insel Mauritius Halt. Shiva trug während seiner langen Reise den Fluss Ganges auf seinem Kopf, um die Welt vor Überschwemmungen zu schützen. Als die beiden auf Mauritius landen wollten, verschüttete Shiva versehentlich Wasser des Ganges. Die Tropfen flossen in einem Kraterloch zusammen, so entstand Grand Bassin.
Rund um den Kratersee befinden sich zahlreiche Tempel, kleine Opferschreine und bunte Götterstatuen. Vor dem Haupttempel, direkt am Ufer des Sees, thront eine Figur von Mutter Ganga, der Verkörperung des heiligen indischen Flusses, ebenso wie Figuren des Affengotts Hanuman und des Elefantengotts Ganesha. Zu Ehren der Gottheiten legen Betende kleine Opfergaben wie Kokosnüsse und Bananen vor den Statuen nieder. Im Inneren der Tempel lassen sich viele weitere Abbildungen und in bunten Stoff gehüllte Figuren von Gottheiten wie Vishnu, Lakshmi und Krishna bewundern.
Am Eingang zur Anlage ragt eine imposante, 33 m hohe Statue des hinduistischen Gottes Shiva in den Himmel (Mangal Mahadev, 2007 eingeweiht), und in der Nähe steht eine ebenso hohe Statue der Göttin Durga. Die beeindruckenden Statuen sollte man sich nicht entgehen lassen.
Andersgläubige und Touristen sind in den Tempelanlagen willkommen. Die toleranten Hindus stören sich nicht an der Präsenz der Besucher. Dennoch sollte man gewisse Verhaltensregeln beachten. Fotografieren außerhalb und innerhalb der Tempel ist erlaubt. Man sollte sich allerdings respektvoll gegenüber den Betenden verhalten und Zurückhaltung wahren. Auch auf passende Kleidung sollte geachtet werden (keine Shorts, Miniröcke oder Trägerhemdchen). Bevor man das Tempelinnere betritt, sind die Schuhe auszuziehen.
Ein Besuch des heiligen Sees gehört zu den Höhepunkten eines Mauritiusurlaubs. Die Besichtigung der prächtigen Tempel und das Beobachten der Zeremonien der mauritischen Hindus birgt eine ganz besondere Faszination. Wer sich also für fremde Kulturen und Religionen interessiert, sollte Grand Bassin auf keinen Fall missen.




