Der Mauritius-Reiseführer

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    Nature Trails

    Ganztagestour im Geländewagen zu abgelegenen Aussichtspunkten mit Scout Alain und kreolischem Mittagessen in Curepipe; kleine Gruppen, früh buchen.

    Mauritius hat viele Touristenattraktionen zu bieten. Schön ist es aber auch, die Insel einmal von einer ganz anderen Seite kennenzulernen und die Schönheit der Natur an Orten zu sehen, die normalerweise nicht für Touristen zugänglich sind. Das hat sich das Unternehmen «Nature Trails» zum Ziel gesetzt.

    Morgens um 7.30 Uhr werde ich schon von dem netten Scout Alain mit seinem dunkelgrünen Toyota Land Cruiser am Merville Hotel erwartet. Mit zwei anderen Gästen des Hotels machen wir uns zuerst auf den Weg nach Balaclava, um dort im Maritim ein zweites Ehepaar abzuholen. Von dort aus fahren wir direkt zu unserem ersten Aussichtspunkt auf einem Hügel in der Nähe von Pamplemousses. Wir sind zwar noch nicht sehr weit oben, trotzdem hat man einen schönen Blick über ein Tal mit weißen Häuschen und den verschiedenen Feldern der Landwirtschaft, umgeben von den nördlichsten Bergketten. Hier erklärt uns Alain zuerst anhand einer Karte, was uns auf dem eintägigen Ausflug erwartet. Die Priorität ist das Panorama, und das sieht man ausschließlich von oben. Am Ende der Tour hat man 90 % der Insel gesehen. Nachdem wir genug Zeit zum Fotografieren und Genießen hatten, geht es weiter.

    Der nächste Stopp bietet ein ähnliches Panorama, jedoch von etwas weiter oben und mit besserem Blick zur Küste hin. Von hier sieht man wieder dasselbe Tal mit der Bergkette zur Linken, und in der Ferne sogar die Insel Coin de Mire. Auch hier zeigt Alain wieder mit seiner Karte, wo genau man sich befindet und was man sieht. Außerdem beeindruckt er mit viel Wissen über die Entstehung der Berge und erklärt, dass der Norden der Insel wegen einer «Flut» von Lava vor langer Zeit so flach ist.

    Nach dem zweiten Halt geht es noch etwas weiter in die Höhe. An dieser Stelle ist man schon ziemlich weit oben, auch wenn man gar nicht bemerkt hat, dass man hinaufgefahren ist. Von hier ist die Bergkette fast zum Greifen nah, und man hat einen sehr schönen Blick auf den zweithöchsten Berg von Mauritius, den «Pieter Both», der aussieht, als würde eine riesige Steinkugel auf seiner Spitze balancieren.

    Beim vierten Punkt befindet man sich im Hochland, bei einer Molkerei auf einem privaten Grundstück. Hier wird mir klar, dass die Tour wirklich sehr exklusiv ist, denn Nature Trails hat Verträge mit Privatleuten, sodass nicht jeder die Grundstücke einfach betreten kann. Auch hier glänzt Alain mit großem Wissen zu verschiedenen Themen. Danach gönnen wir uns eine Pause bei einer Familie in Curepipe, die uns mit traditionellen kreolischen Speisen bekocht. Die Atmosphäre ist sehr gemütlich, und man merkt, dass sich der Gastgeber Mühe gibt, dass seine deutschen Gäste sich wohlfühlen.

    Gut gestärkt geht es zum vorletzten Aussichtspunkt. Von hier hat man einen super Ausblick auf einen «geheimen» Wasserfall, der leider nicht viel Wasser führt, weil auf der Insel das Wasser knapp ist.

    Als Letztes geht es 715 m in die Höhe, zu einem sehr beeindruckenden Aussichtspunkt. Um ihn zu erreichen, muss man mit dem Land Cruiser eine sehr steile und steinige Straße «hochklettern». Hier haben Java-Hirsche einen Weideplatz, und noch ein Stück weiter kann man zu einer Überwachungsstation mit den Funktürmen der Polizei hinaufgehen. Der Blick dort ist einfach sagenhaft. Man sieht bis zum Le Morne mit dem Brabant und auf die Insel vor der Küste, die Ile aux Bénitiers. Insgesamt überblickt man von hier einen ziemlich großen Teil der Westküste. Auf der einen Seite sieht man viel Natur mit bunten landwirtschaftlichen Feldern, auf der anderen die großen Städte wie Quatre Bornes, Curepipe, Rose Hill und Port Louis.

    Am Ende der Tour fasst Alain noch einmal anhand seiner Karte zusammen, was wir gesehen haben. Die 90 % waren nicht zu viel versprochen: Man konnte in jede Richtung blicken, bis auf den Südosten.

    Diesen Teil der Insel kann man jedoch auf einer anderen Tour sehen. Wann es losgeht, hängt von der Lage des Hotels ab: Ausflüge ab dem Süden und Westen starten gegen 6.30 Uhr, ab dem Norden und Osten gegen 7.15 Uhr; zurück ist man jeweils gegen 15.45 Uhr. Die deutsche Unternehmerin Hannelore Riesel hat die Aussichtspunkte bei langen Wanderungen abseits der touristischen Pfade gemeinsam mit Alain gefunden, der übrigens perfekt Deutsch spricht, und wollte sie mit anderen Reisenden teilen.

    Die Touren finden in kleinen Gruppen von 2 bis 6 Personen im Toyota Land Cruiser Deluxe oder im Nissan Pathfinder statt, auf Anfrage auch exklusiv. Alain holt die Gäste an der Hotelrezeption ab, unterwegs sind nur kurze Spaziergänge von etwa 10 Minuten zu den Aussichtspunkten nötig. Das Mittagessen ist im Preis enthalten, bezahlt wird bar in Euro oder Rupien direkt bei Alain. Weil die Gruppen so klein sind, sind die Touren oft weit im Voraus ausgebucht; deshalb sollte man sich früh genug mit Hannelore Riesel in Verbindung setzen.

    Neben der Tour zu den Aussichtspunkten bietet Nature Trails eine Tour zu den Sehenswürdigkeiten der Insel an (Teefelder, Grand Bassin, Chamarel mit der Siebenfarbigen Erde, La Roche qui pleure) sowie ein Zweitagesprogramm, das den Landausflug mit einer Katamaranfahrt im Norden verbindet.

    Preise: Tagestour auf Anfrage
    Kontakt: Naturetrails Mauritius Ltd., Hannelore Riesel
    159 D Avenue Boundary, Quatre Bornes
    Telefon (Mauritius): +230 5250 7406 oder +230 466 8072
    E-Mail: info@naturetrails-mauritius.com
    Website: naturetrails-mauritius.com
    Google Maps: Naturetrails Mauritius